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Dec 12, 2014

„HYPERION“: HOLLYWOOD-REIFES PROJEKT AUS HAGENBERG: SCCH erleichtert Produktion von 3D-Filmen

Hagenberg (AT) (10.12.2014)– Im Softwarepark Hagenberg wird an der Optimierung von 3D-Filmen geforscht. Thema des FFG-geförderten Forschungsprojekts „Hyperion“ (Förderprogramm „IKT der Zukunft“): Effiziente Erstellung von hoch-qualitativen 3D-Filmen. Unter den Partnern des SCCH: TU Wien und die Wiener Firmen cmotion und emotion3D aus der Filmbranche.

Seit 2006 werden wieder vermehrt 3D-Filme produziert. Die Technik schreitet voran, aber ein Problem wurde jedoch bislang oft nicht oder nur unzulänglich bei der Filmproduktion berücksichtigt: „Visual Discomfort“, das Gefühl von Unbehagen beim Betrachten von 3D-Filmen, das von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu ernsteren Schäden reichen kann. 2013 nahm sich Dr. Bernhard Moser vom SCCH dieser Thematik an. Er und sein Computer Vision Team fragten sich: Ist eine mathematische Bewertung des subjektiven Eindrucks möglich? Und: Kann eine Vorhersage über visuelles Unbehagen (Visual Discomfort Prediction) rascher getroffen werden? Die Antwort auf beide Fragen lautet: Ja.

SCCH füllt Forschungslücke

Als Moser 2013 daran ging, ein Konsortium aus Experten zu bilden, um das Problem des Visual Discomfort zu lösen, lagen bereits Studien darüber vor. Das SCCH nahm Kontakt zum Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der TU Wien auf, das eine ausgewiesene Expertise im sogenannten Stereo Matching, dem Zusammenführen von linkem und rechtem Bild zur Rekonstruktion von Tiefeninformation, besitzt. Das TU-Team um Prof. Margrit Gelautz wiederum arbeitete bereits eng mit den Wiener Firmen emotion3D und cmotion zusammen. Ein kompetentes kreatives Projektteam rund um die 3D-Filmproduktion hatte sich etabliert und die Projektidee „Hyperion“ nahm Gestalt an. Zur Freude des Teams wurde diese Projektidee von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in der Programmlinie „IKT der Zukunft“ als förderungswürdig eingestuft.

Starke Partner: TU Wien, emotion3D, cmotion & SCCH

cmotion, Spezialist für High-End-Stereokameras, entwickelte ein neues effizientes Hardware-Konzept, um mittels Lasertechnologie und Tracking verbesserte 3D Rohbilddaten zu gewinnen. Prof. Gelautz und ihr Team von der TU Wien erstellten aus den so gewonnenen Daten eine qualitativ hochwertige Tiefenkarte, die als Ausgangsbasis für die künstlerische Nachbearbeitung und den digitalen Feinschliff dient. emotion3D, Spezialist für 3D-Bildanalyse und -Nachbearbeitung, erweiterte ihre Adobe und Nuke Plugin Software „Stereoscopic Suite X“, das dem SCCH zur Analyse der subjektiven Wahrnehmungsqualität von 3D Filmen zur Verfügung gestellt wurde. Gemeinsam erfolgte die Qualitätsbewertung von Filmmaterial aus öffentlich zugänglichen Datenbanken. Bei der Frage, welche Merkmale relevant sein könnten, kam den Projektverantwortlichen am SCCH ihre interdisziplinäre Erfahrung aus dem Bereich der Texturanalyse und des Trackings zugute. Dr. Bernhard Moser und sein Kollege Werner Reisner abstrahierten die Stereobilder als texturelle Strukturen und entwickelten in der Folge ein äußerst effizientes Kontrastmaß zur Vorhersage von Visual Discomfort.

IKT der Zukunft, damit 3D Zukunft hat

Das nun vorliegende Ergebnis ist ein Verfahren, das neue Optimierungspotenziale schafft. Aufgrund der hohen Effizienz können bereits zur Laufzeit der Nachbearbeitung dem Stereographen wichtige Hinweise für eine stressfreie Gestaltung von 3D-Effekten gegeben werden. Untersuchungen mit ProbandInnen sollen die Gültigkeit des Modells noch erhärten. emotion3D und SCCH optimieren schließlich auf Basis der gesammelten Erkenntnisse noch nicht fertiggestellte 3D-Filme. emotion3D wird das Vorhersagemodell für sich nutzen, denn es besteht dringender Bedarf an dieser Art der effizienten digitalen Optimierung.
„Ich bin mir sicher, mit den verfeinerten Analysemethoden wird der 3D-Film Zukunft haben. Die Optimierungen werden das künstlerische Arbeiten enorm erleichtern“, meint Moser.

Links:
www.ims.tuwien.ac.at/IVAS
www.ffg.at
www.cmotion.eu
www.emotion3d.tv 

Bild:

Die Abbildung zeigt eine Szenenanalyse: zu große Sprünge im Verlauf können zu visuellem Stress führen. Links: Beispiel-Szene aus Avatar-Trailer; Rechts: Tiefen-Verläufe in der Szene

Software Competence Center Hagenberg
Als unabhängiges Forschungszentrum im Bereich Software nimmt das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) für softwarebezogene technologische Forschungs- und Entwicklungstrends eine Vorreiterrolle in Österreich ein. Das Spektrum des SCCH reicht von der Analyse von Bestandssoftware über Daten- und Bildanalyse bis zu Methoden zur qualitätsvollen, effizienten Modell- und Softwareentwicklung für die Bereiche Industrie 4.0, Energieeffizienz und andere Bereiche, in denen Software von Bedeutung ist.www.scch.at

Unternehmensnetzwerk Softwarepark Hagenberg
Das Unternehmensnetzwerk Softwarepark Hagenberg ist ein Verein von Unternehmen im Softwarepark Hagenberg mit dem Ziel, diesen als Wirtschaftsstandort zu stärken. Der Softwarepark Hagenberg ist der führende Technologiepark Mitteleuropas im Bereich Software. Sein Erfolg gründet in der Synergie von Forschung, Ausbildung und Wirtschaft.

Kontakt
Dr. Bernhard Moser, Tel.: +43 7236 3343 833, Softwarepark 21, Tür 1, 4232 Hagenberg, bernhard.moser@scch.at

Veröffentlichungen:
IT Cluster
Rundschau

Tags: PTagSearchFor2014

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