Unternehmensnetzwerk

May 6, 2015

Wichtiger Schritt im Katastrophenmanagement: Mit dabei das SCCH aus dem Softwarepark Hagenberg

Hagenberg (AT) (28.04.2015) – Eine deutsch-österreichische Forschungsgruppe hat unter der Projektleitung des Software Competence Centers Hagenberg (SCCH) ein Katastrophenmanagementsystem entwickelt. Es dient Einsatzleitern und -kräften als Grundlage für schnelles und zielgerichtetes Handeln im Katastrophenfall. Die erste Hürde zur Marktreife wurde bereits genommen: Im März wurde der fertige Prototyp beim Oö. Landesfeuerwehrverband demonstriert.

Zwei verheerende Hochwasser 2002 und 2013, unzählige schwere Unwetter oder Lawinenabgänge … Nicht nur hierzulande sind Einsatzkräfte sehr gefordert, rasch und koordiniert Katastrophenschäden zu beheben. Ein effizienteres Katastrophen-management könnte europaweit vieles erleichtern und Folgen von Katastrophen minimieren. So haben sich elf Organisationen aus Forschung und Wirtschaft im Projekt INDYCO* zusammengeschlossen. Das Ziel war, ein integriertes Alarm-, Nachsorge- und Begleitsystem für Katastrophenfälle zu entwickeln. Eine Einsatzorganisation soll damit auf eine effiziente Entscheidungsunterstützung zurückgreifen können und im Ernstfall wertvolle Zeit gewinnen.

Offensichtlich besteht hier Nachholbedarf, denn die öffentliche Hand hatte großes Interesse am Forschungsprojekt. Die österreichische Forschungs-förderungsgesellschaft (FFG) und die deutsche AiF Projekt GmbH förderten das Projekt mit einem Gesamtbudget von rund 1,5 Mio. € (Förderung rund 920.000,- €).

INDYCO: Entscheidungsunterstützungssystem mit SCCH-Komponenten

Bislang kamen im Katastropheneinsatz statische Alarm- und Katastrophenschutzpläne zum Einsatz, die schnell an Aktualität verlieren können. Zudem konnten bis dato keine Synergien aus den verschiedenen eingesetzten Technologien nutzbar gemacht werden. Das SCCH und seine Projektpartner haben dies nun geändert: Mit dem dynamisch agierenden Entscheidungsunterstützungssystem werden

Einsatzpläne beherrschbar. Herzstück ist eine Situationsbewertungs- und dynamische Workflow-Komponente, die durch eine Multimedia-Sensor-App mit vier Funktionsbereichen („Medien“ zum Aufnehmen und automatischen Übertragen von Fotos und Videos an die Leitstelle, „Aufgaben“, „Karten“ und „Einsatzübersicht“) unterstützt wird. Dass Sensordaten automatisch integriert werden und so eine rasche Situationsbewertung möglich wird, ist dem SCCH-Forschungsteam rund um Dr. Bernhard Freudenthaler zu verdanken. (Abb. Situations-bewertungskomponente) Bringen neue Daten eine Neubewertung der Situation mit sich, wird sofort automatisch auch eine Warnung an eine sog. Workflow-Komponente gegeben. Mit dieser Workflow-Komponente können dann Maßnahmen dynamisch an die aktuelle Situation angepasst und den Einsatzkräften über eine mobile App zugeteilt werden. Das SCCH hat neben der Gesamtkoordination des Projektes maßgeblich an der Entwicklung der Situationsbewertungs- und Workflow-Komponente mitgewirkt.

Großes Potenzial für die allgemeine Sicherheit

Eine Vielzahl von Technologien und Lösungen am Markt liefern und nutzen unabhängig voneinander Informationen. Die im Projekt INDYCO entwickelte integrative Lösung in Form eines Gesamtsystems ist einzigartig. Prognosen der am Projekt beteiligten Partner gehen deshalb davon aus, dass in den Marktsegmenten „Öffentliche Sicherheit“ und „Katastrophenschutz“ in den Anwendungsbereichen „Großschadenslagen“ und „Katastrophenmanagement“ bis 2021 in Deutschland und in der EU ca. 300 Lizenzen verkauft werden können. Dr. Freudenthaler vom SCCH: „Ich wünsche mir, dass INDYCO zukünftig gerade in Risikogebieten flächendeckend eingesetzt wird und somit Auswirkungen von Katastrophenereignissen auf Mensch und Umwelt vermindert werden können.“ Die Chancen darauf stehen jedenfalls gut.

* Integrated Dynamic Decision Support System Component for Disaster Management Systems

Bilder:
Bild 1:

INDYCO Situationsbewertungskomponente (Continuous Situation Awareness/Assessment (CSA)), Copyright: Software Competence Center Hagenberg


Bild 2:

Landesfeuerwehrkommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner (OÖLFV), Dr. Thomas Ziebermayr (SCCH), Brandrat Ing. Dietmar Lehner (OÖLFV), Dr. Harald Sommer (SIEKER), Arno Tiemeier (LIS), DI Albert Schwingshandl (RIOCOM), Dipl.-Inf. Marina Tropmann-Frick (CAU), Koordinator Dr. Bernhard Freudenthaler (SCCH), DI Gerald Czech (OÖLFV), DI Clemens Liehr (RIOCOM), Dr. Hilda Kosorus (FAW), Dr. Mario Pichler (SCCH), Dr. Diethard Leber (GEOEXPERT), Hubert Reininger (FIELDWORX), Paul Schneider MSc (PRISMA)(v.l.n.r.). Copyright: OÖLFV

Software Competence Center Hagenberg

Als unabhängiges Forschungszentrum im Bereich Software nimmt das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) für softwarebezogene technologische Forschungs- und Entwicklungstrends eine Vorreiterrolle in Österreich ein. Das Spektrum des SCCH reicht von der Analyse von Bestandssoftware über Daten- und Bildanalyse bis zu Methoden zur qualitätsvollen, effizienten Modell- und Softwareentwicklung für die Bereiche Industrie 4.0, Energieeffizienz und andere Bereiche, in denen Software von Bedeutung ist. www.scch.at

Unternehmensnetzwerk Softwarepark Hagenberg

Das Unternehmensnetzwerk Softwarepark Hagenberg ist ein Verein von Unternehmen im Softwarepark Hagenberg mit dem Ziel, diesen als Wirtschaftsstandort zu stärken. Der Softwarepark Hagenberg ist der führende Technologiepark Mitteleuropas im Bereich Software. Sein Erfolg gründet in der Synergie von Forschung, Ausbildung und Wirtschaft. www.softwarepark.at/unternehmensnetzwerk   

Kontakt

Dr. Bernhard Freudenthaler, Tel.: +43 7236 3343 850, Softwarepark 21, Tür 1, 4232 Hagenberg, bernhard.freudenthaler@scch.at


Veröffentlichungen:
Computerwelt
OÖ Wirtschaft

Tags: PTagSearchFor2015

No Comments

Add a Comment

You must log on to comment.